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Holger Neeb, WebMaster "landseer-im-web.de"
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Holger Neeb, WebMaster "landseer-im-web.de"

Re: Wie viel Futter bekommen eure Welpen?

von Dorit
geschrieben am 13.Feb '14 um 10:13
als Antwort auf Wie viel Futter bekommen eure Welpen? von Vanessa
Hallo Vanessa

Erst einmal Glückwunsch zum neuen Familienmitglied :-)

Meine Meinung zu Futterrationen ist da etwas geteilt. Ich halte nichts von Fertigfutter und auch nicht´s von den Berechnungen von Meyer/Zentek, da diese sich auf Nährwertberechnungen von Mastvieh beziehen ... wir haben aber einen Hund, also einen Hauswolf ,-)
Man kann es nicht pauschal sagen, da jeder Hund auch individuell ist und man dann schaut, wie viel er braucht.
Es richtet sich natürlich auch nach dem Futter, was er bekommen soll.

Das ein Welpe nicht zu schnell wachsen soll kommt aus dem Bereich des Fertigfutters und sollte nicht ganz so ernst genommen werden. Bevor es das Fertigfutter gab, wäre niemand auf die Idee gekommen, ein Wachstum langsamer "zu gestalten" oder gar Futterrationen Grammgenau zu berechnen. :-)
Viel wichtiger ist es, dass er richtig wächst und mit allem versorgt ist, was er zur gesunden Entwicklung von Gelenken, Knochen und Muskeln braucht.

Dies wäre im Grunde das Füttern quer durch das Beutetier oder dessen "Nachbau" :-)

So sieht es auch mit der Bewegung aus. Gesunde Gelenke können sich nur bilden, wenn ein Hund ausreichend bewegt wird, denn die Nährstoffe gelangen nur durch Beanspruchung des Gelenkes auch dort hin. Es ist wie ein Schwamm aufgebaut, um es sich bildlich vorzustellen ;-) Auch hier ist wieder das Maß wichtig, Bewegen und Belasten - ohne Überbelastung.

Füttert man z.B. frisch und roh, dann muss man nicht so viel rechnen und kann Kalzium für gesundes Wachstum auch "überdosieren", wenn man rohe Knochen füttert, da der Überschuss einfach ausgeschieden wird.
Füttert man ein Fertigfutter, muss man auf die Menge genauer achten, da dort degeneriertes Kalzium zugefügt ist und dies bei einer Überdosierung zu Einlagerung in den Knochen führt und diese dann schädigen kann, was meist zu Wachstumsstörungen führt. Bei Kalziumzusätzen fehlen die natürlichen Nährstoffe, die in Knochen vorkommen und nur in deren Verbindung optimal versorgen.

Unser Hund hat z.B. zwischen dem 6. und 7. Monat einen extremen Wachstumsschub gehabt, was völlig ok ist, wenn der Hund richtig versorgt ist.
Sie ist auch wesentlich größer gewachsen, als Elterntiere und Wurfgeschwister. Nur wenn ein Hund optimal versorgt ist, kann er seine vollständige Entwicklung und Größe auch erreichen.
Oft wird die Meinung vertreten, ein Hund sollte langsam wachsen und kleiner ist auch so besser - ist es aber nicht, da der Hund "kümmert" und sich nicht richtig entwickeln kann.

Dann sollte man auch wissen, dass ein Hund seine Energie aus Fett zieht und nicht aus Kohlenhydraten.
Meist sind jedoch in Fertigfutter reichlich Kohlenhydrate, auch da etwas darauf achten.

Evtl. schaust du mal auf meine Seite, da steht einiges dazu.
Wir hatten nun schon viele Hunde von Riesenrassen hier und keiner hatte je Probleme mit Gelenken, Knochen oder sonstigen Erkrankung .. auch unsere Thyra hat eine A Hüfte und ED - 0 etc. ... alle wurden allerdings komplett roh gefüttert.

Es gibt so viele Möglichkeiten zur gesunden Fütterung, ob nun nach BARF, nach Prey, frisch selbst hergestellt in Mischkost oder auch mal gekocht ... auf die Industrie würde ich mich nicht verlassen (nur ein Rat)

Hier poste ich noch einmal unsere Wachstumstabelle, die ich in einem anderen Beitrag schon mal verlinkt hatte. So kann man aber schneller mal schauen :-)

Viel Spaß wünsche ich euch mit der kleinen Maus und hoffe, ihr findet den richtigen Weg für euch

LG

Dorit

Wachstumstabelle:


Einzug am 3. September 2011 mit ca. 10 kg ;-)

- Futtermenge ca. 500 bis 700 Gramm rohes Fleisch etc. am Tag – auf 4 Mahlzeiten aufgeteilt

Wiegetag am 15. September – 12, 5 kg auf der Waage

- Futtermenge noch immer um die 700 Gramm und schon mit ganzen rohen Fleischknochen

Wiegetag mit 3 Monaten – 14,5 kg auf der Waage

- Futtermenge zwischen 700 und 800 Gramm am Tag auf drei Mahlzeiten umgestellt

Wiegetag mit 4 Monaten – 17 kg auf der Waage und 52 cm Schulterhöhe

- Futtermenge ca. 1 kg am Tag

Wiegetag mit 5 Monaten – 21 kg auf der Waage und 58 cm Schulterhöhe

- Futtermenge 1 bis 1,2 kg am Tag

Wiegetag mit 6 Monaten – 37 kg auf der Waage und 65 cm Schulterhöhe

- Futtermenge 1 bis 2 kg am Tag – je nach Bewegung

Wiegetag mit 7 Monaten – 39 kg auf der Waage und 69 cm Schulterhöhe

- Futtermenge noch immer 1 bis 2 kg am Tag auf zwei Mahlzeiten umgestellt

Wiegetag mit 8 Monaten – 40 kg auf der Waage und 70 cm Schulterhöhe

- Futtermenge ca. 2 kg am Tag – Ostseeurlaub mit langen Wanderungen

Wiegetag mit 9 Monaten – 41 kg auf der Waage und 72 cm Schulterhöhe

- Futtermenge ca. 1,5 kg am Tag

Wiegetag mit 10 Monaten – 48 kg auf der Waage und 74 cm Schulterhöhe

- Futtermenge gleichbleibend bei ca. 1,5 kg roher „Beute“

Wiegetag mit 11 Monaten – 52 kg auf der Waage und 75 cm Schulterhöhe

- Futtermenge bleibt bei durchschnittlich 1,5 kg

Wiegetag mit 12 Monaten – 56 kg auf der Waage und 75 cm Schulterhöhe

- Futtermenge auf 1,2 kg reduziert, Sportprogramm wurde deutlich erhöht ;-)

Wiegetag mit 13 Monaten – 51,5 kg auf der Waage und 75 cm Schulterhöhe

- Futtermenge wieder bei 1,5 kg am Tag

Wiegetag mit 15 Monaten – 53 kg auf der Waage und 75 cm Schulterhöhe

- Futtermenge bleibt bei 1,5 kg am Tag

Wiegetag mit 17 Monaten – 54 kg auf der Waage und 76 cm Schulterhöhe

- Futtermenge ca. 1,2 kg am Tag je nach Tagesplan auf 1 bis 2 Mahlzeiten am Tag umgestellt

Wiegetag mit 21 Monaten – 54 kg auf der Waage und 77 cm Schulterhöhe

- Futtermenge 1,5 bis 2 kg am Tag je nach Bewegung mit einem Fastentag in der Woche

.. heute wiegt sie 55 kg bei einer Schulterhöhe von 78 cm ... sie frisst ca. 15 kg in der Woche meist ganze Beutetiere und teilt sich die Rationen nun selbst ein ...
... so frisst sie an einem Tag mal 5 bis 6 kg .. es waren auch schon 15 kg auf einmal (Ausnahme ;-) ) ... danach fastet sie freiwillig bis zu zwei Tagen und dann wird der Rest der Wochenration verspeist ...

.. sie ist sehr aktiv und tägliche Bewegung liegt bei ca. 20 bis 30 km + Schwimmen + Training etc.

http://www.landseer-thyra.de

... diesen Beitrag beantworten
 

Zu 'Re: Wie viel Futter bekommen eure Welpen?' von Dorit liegen bislang die folgenden Antworten vor:

Re: Wie viel Futter bekommen eure Welpen?

von HolgerN
geschrieben am 13.Feb '14 um 14:31

Hallo Dorit,

Du hast Dir wahrscheinlich schon gedacht, dass ich auf Dein Posting reagiere :-)

Du behauptest darin, dass die sich die Nährwertberechnungen von Prof.J.Zentek in dessen Buch "Ernährung des Hundes" auf Mastvieh und nicht auf Hunde beziehen. Dies ist in meinen Augen eine durchaus schwerwiegende Behauptung, die man A) durch Quellenangaben belegen sollte, B) als persönliche Meinung kennzeichnen, oder C), falls man beides nicht kann/möchte, unterlassen sollte.

Weiter schreibst Du
(Zitat):
Das ein Welpe nicht zu schnell wachsen soll kommt aus dem Bereich des Fertigfutters und sollte nicht ganz so ernst genommen werden. Bevor es das Fertigfutter gab, wäre niemand auf die Idee gekommen, ein Wachstum langsamer "zu gestalten" oder gar Futterrationen Grammgenau zu berechnen. :-)
Im Interesse seines Hundes sollte man das durchaus ernst nehmen! Bevor es Fertigfutter gab - meines Wissens nach gibt es dies seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts - dürften viele Hunde eher mangelernährt gewesen sein. Insofern stimmt sicherlich der zweite Teil der Aussage.
(Zitat):
Füttert man z.B. frisch und roh, dann muss man nicht so viel rechnen und kann Kalzium für gesundes Wachstum auch "überdosieren",
Grundsätzlich gelten die obigen Rechnungen für jede Fütterungsart! Da man auch mit rohem und frischen Futter viel falsch machen kann sollte man doch ein Gefühl für das, was man tut/füttert entwickeln und in der Lage sein Futterrationen zumindest überschlägig zu berechnen. Ein Kalziumüberschuss ist, insbesondere bei gleichzeitigen Phosphormangel, gefährlich. Riskanter ist allerdings ein Kaziummangel bei gleichzeitigem Phosphorüberschuss, wie er beispielsweise bei reiner Fleischfütterung auftreten kann.
(Zitat):
Dann sollte man auch wissen, dass ein Hund seine Energie aus Fett zieht und nicht aus Kohlenhydraten.
Falsch! Gott sei Dank können Hunde auch Energie aus Kohlenhydrate gewinnen. ansonsten wären sie wahrschinlich als Haushunde schon längst ausgestorben (s. Hundefutter-Geschichte)....

Liebe Grüße
Holger
 

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Letzte Änderung am 09.05.17 Holger Neeb zurück zur LiW-Startseite