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Holger Neeb, WebMaster "landseer-im-web.de"

Re: Was ist ein guter Züchter?

von Marion
geschrieben am 30.Jan '14 um 16:59
als Antwort auf Re: Was ist ein guter Züchter? von HolgerN
Hallo Holger

Dein letzter Satz trifft es auf den Punkt.
Wenn man die Wahl hat, wird man versuchen jedes Risiko von vererblichen Erkrankungen auszuschließen.
Sicherheiten wird man sicher nie erhalten, jedoch kann man die Risiken vermindern und wird es tun.

Bei Hunden wurde die Erblichkeit von Krebs oder auch anderen Erkrankungen noch nicht ausreichend erforscht und ausgewertet.
Ist auch kaum möglich, wenn diese Erkrankungen bisher verschwiegen wurden und auch in den Zuchtbuchstellen nicht registriert werden.
Ich kann nur von dem eigenen Wurf ausgehen, dort wurden 9 von 11 Welpen keine 5 Jahre alt und sind an endokrinen Tumoren erkrankt und verstorben, wie der Deckrüde auch. Zufall? Die anderen zwei starben mit 6 und 8 Jahren an Knochenkrebs.
Als potentieller Käufer eines Welpen würde ich ganz sicher nicht kaufen, wenn mir Vorerkrankungen in der Linie bekannt wären.
Wenn man dann so einen Hund hat, wird die Angst immer eine Rolle spielen, wenn man die Vorgeschichte kennt.

Bei Menschen ist die Krebsforschung bereits weiter und eine Vererbung ist nachgewiesen. Risiken lassen sich bereits testen und Prognosen erstellen. Dies wäre sicher auch bei Hunden möglich, aber liegt sicher nicht im Interesse der Züchter und Verbände?

Liegt Krebs in der Linie vor, dürften dann bei einer verantwortungsvollen Zucht keiner der Nachkommen wieder in die Zucht gehen.
Dies passiert aber leider nicht, im Gegenteil es werden Nachkommen von prämierten Hunden weiter zur Zucht verwendet.

Der Epidemiologe Kari Hemminki hat nachgewiesen, dass es viele Tumorarten gibt, die nachweislich vererbt werden. Schweden hat dazu eine umfassende Datenbank, da dort alle Familienstatistiken seit 1932 erfasst sind. Dort wurde nachgewiesen, dass 24 von 25 Tumorarten familiäre Erkrankungsformen aufweisen. Für mich ein eindeutiger Beweis von erblich bedingten Krebs.
Beim Hund wird dies nicht anders sein.

Dies zu bestreiten und dem nicht nachzugehen, ist für mich kein Zeichen von verantwortungsvoller Zucht.
Es wird aber immer Menschen geben, die für alles eine Ausrede finden oder ihren persönlichen Fall ins rechte Licht rücken.
So lange dies so ist, wird die Zucht von Hunden nie ehrlich und gesund werden.
Nur wenn alle Erkrankungen registriert werden, auch bei den Nachzuchten, nur dann kann man eine verlässliche Statistik erarbeiten.
Die DNA Analyse bringt hier gar nichts, die kann nur die Abstammung nachweisen.

Die Statistiken von Erkrankungen trifft aber nicht nur den Krebs, dies ist nur ein Punkt, der durch den Fall hier aufkam. Es gibt weit mehr Erkrankungen, die nicht erfasst und untersucht werden.

Ein weitere Punkt zu "Was ist ein guter Züchter" ist für mich auch das Alter der Hunde beim Decken. Hier gehe ich auch nicht mit den Zuchtbedingungen konform. Unsere Hunde werden frühestens mit 3 Jahren erwachsen und sind oft sogar erst mit 5 Jahren körperlich und geistig fertig. Eine Hündin dürfte hier auch erst mit 3 Jahren zur Zucht zugelassen werden.
Viele Züchter betonen immer wieder, sie züchten als Hobby, zum Erhalt der Rasse und nur alle drei Jahre ein Wurf, welches auch sehr löblich ist.
Warum muss dann eine Hündin aber schon so früh belegt werden? Warum hat man es dann doch so eilig sie vor dem Auswachsen decken zu lassen?
Es werden viele Fragen offen bleiben.

Wir sind nun über die 70, haben noch einen Landseer mit 11 Jahren und einen mit 9 Jahren bei uns und hoffen alle noch ein paar Jahre zusammen zu verbringen. Mit dem heutigen Wissen und den heutigen Zuchtbedingungen würde ich keine Hunde mehr züchten.
Natürlich ist die nur meine bescheidene Meinung, denn ich trage nicht mehr dazu bei, hier etwas zu ändern und habe auch nicht die Kraft dazu, gegen diese meterhohen Wände der Missstände in der Hundezucht anzugehen. Das trifft nicht nur den Landseer, aber diesen auch immer mehr. Die Rasse wird Zusehens immer kränker, die viel gelobten Verbesserungen in der Zucht sucht man vergeblich.

Für die schönen Hunde kann man nur hoffen, dass die Schönheit nicht mehr allein im Vordergrund steht.
Dies werden wir nicht mehr erleben.

Liebe Grüße

Marion
... diesen Beitrag beantworten
 

Zu 'Re: Was ist ein guter Züchter?' von Marion liegen bislang die folgenden Antworten vor:

Re: Was ist ein guter Züchter?

von Delia Eick
geschrieben am 30.Jan '14 um 17:24

Hallo Marion,

ich habe Verständnis nach Deinen Erfahrungen und toleriere Deine Meinung absolut. Aber auch wenn ich nur wenig züchte und übrigens meine Hündin Djerba war
3 bei Ihrem ersten Wurf und ist mit 5 Jahren zum zweiten und letzten Mal Mutter geworden, dann doch immer mit den besten Vorsätzen.
Einigen wir uns jetzt einmal darauf, dass jeder von uns seine Meinung von Züchtern und Zucht hat.
Ich würde gerne mit Dir diese Thematik diskutieren, die in die Zukunft führen könnte:
Wenn wir zum Beispiel einem Deckrüden nach 2-3 Mal Nachzucht erst einmal für einen längeren Zeitraum auf Eis legen und
tatsächlich sein Erbgut als Samenprobe einfrieren (mit 2-3 Jahren), könnten wir nach dem Zeitraum in dem er lebt, ja all diese Dinge über ihn erfahren.
Zum Beispiel er wird 14-15 Jahre alt. Dann kann er sich körperlich nicht mehr fortpflanzen, wir aber könnten ihn durch die Samenprobe reaktivieren.
Damit sehen wir dann auch ob er eben im Laufe seines Lebens und an welchen Krankheiten erkrankt ist. Krebs fällt damit sofort raus und wir haben nicht alle
Linien betroffen.
Bestenfalls wir er gesund sehr alt und ist damit ein besonders guter, gesunder Vererber. Und er ist nicht verloren!

Ich möchte diese Anregung nicht so verstanden wissen, als wenn ich einen Landseer nur auf seine Genetik reduziere.
Ich mache mir nur Gedanken um seine gesunde Zukunft!

Was meinst Du dazu?

Lieben Gruß
Delia
 

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