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Holger Neeb, WebMaster "landseer-im-web.de"

Re: Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen?

von Brigitte Weil
geschrieben am 25.Mrz '10 um 13:39
als Antwort auf Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen? von Thomas Grams
Ist der Landseer überhaupt noch als Arbeitshund zu gebrauchen?

Wie traurig Holger, wenn ich Deinen Beitrag lese, dass gesundheitliche Probleme die sportliche Betätigung einfach verhindern.

Ich habe GsD zwei relativ gesunde Hunde. Zeus mit seinen 13 Jahren und 5 Monaten ist natürlich auf den Tierarzt und zahlreiche Medikamente angewiesen um auch noch aktiv und schmerzfrei am Leben teilnehmen zu können. Ich denke, in diesem Alter ist das okay.
Beide Hunde haben gesunde Hüften, sind ED und OCD frei.
Bei beiden Hunden wurde aber mit 5 Jahren die erste Spondylose diagnostiziert. Zeus wird seit dem 8. Lebensjahr täglich mit Schmerzmitteln versorgt. Minos hatte jetzt mit 6 Jahren das erste Mal leichte Probleme mit dem Rücken.

Warum die Zuchtverantwortlichen ihre Zuchtziele nicht überdenken oder gar ändern?
Darüber kann man leider nur Vermutungen anstellen.

Ein Grund ist ganz sicher, dass Züchter im Regelfall, Ausnahmen bestätigen die Regel, kaum aktive Arbeit mit den Hunden betreiben.
Die sportliche Belastungsfähigkeit der Hunde ist somit überhaupt nicht wichtig.

Wenn ich mir das Käuferpotential der Welpen anschaue, so sind darunter sehr viele Familien, teilweise auch mit kleinen Kindern.
Auch hier werden die Hunde eher mäßigen körperlichen Belastungen ausgesetzt sein, also auch hier ist die Belastungsfähigkeit nicht in den Vordergrund zu stellen.

Und ganz sicher geht es hier auch um den Hund als Statussymbol. Denn so ein
Landseerrüde mit 85 cm Schulterhöhe und einem riesigem Kopf ist eine imposante Erscheinung, mit der man beim Spaziergang ganz sicher die Aufmerksamkeit der Passanten hat.

Es ist für mich mal wieder bezeichnend, dass gerade Züchter darauf verweisen, dass körperliche Defizite auf gaaaaanz viele andere Dinge zurück zu führen sind, die dann ja gar nicht mehr im Einflussbereich des Züchters liegen.
Liebe Vera, warum muss denn ein Landseer mit so extrem viel Sorgfalt und Vorsicht aufgezogen werden, ganz bestimmt nicht, weil er die Größe eines Zwergpudels hat.

Generell ist ja in der gesamten Hundezucht zu beobachten, dass kurzsichtige Menschen, bestimmte körperliche Merkmale übertypisieren und züchterisch vorantreiben, weil es einfach modern ist und dem Geschmack der Mehrheit entsprechen soll. Und in letzter Konsequenz bestimmt die Nachfrage das Angebot.


Ob die meisten Hunde gesund sind? Das wage ich stark zu bezweifeln.

Es gibt keine Statistiken z.B. über die Anzahl Skeletterkrankungen.
Der DLC überprüft ja noch nicht einmal die ED und OCD bevor Hunde in die Zucht gehen, wie kann man da eine Aussage treffen, dass die meisten Hunde gesund seien?

Die meisten Lanseerbesitzer, die Hunde mit körperlichen oder Verhaltens Defiziten haben, reden nicht wirklich darüber, weil ihnen gerne gesagt wird, dass sie eben selber Schuld haben. Wie Du schon sagst Vera, nach Deiner Meinung seien die meisten Landseerbesitzer z.B. nicht in der Lage ihre Hunde richtig zu erziehen.
(Für meinen Geschmack liegt das aber nicht an den Leuten, sondern an falscher Erwartungshaltung, denn unsere Schätzchen werden nicht als das verkauft was sie wirklich sind, ein Landseer ist eben kein sanfter golden Retriever – das ist aber ein anderes Thema)

Generell gilt:
Ohne genetische Veranlagung keine Verhaltens Defizite und keine körperlichen Defizite !


Eine repräsentative Erhebung über den Gesundheitszustand der Rasse,
könnte man z.B. erhalten wenn die Hunde, die sich in der Zucht befinden,
vielleicht mal mit 5 Jahren einem kompletten Check up zu unterzogen würden.
Röntgen des kompletten Skelettes, Herz- und Schilddrüsenuntersuchung und ein kompletter Blutcheck.
Ich möchte nicht wissen, was sich da für „Abgründe auf tun“ würden.


Und noch was, man möge mir das verzeihen, aber über eine wirkliche Arbeitsbelastung kann man sicher unterschiedlicher Ansicht sein.
Ein oder zweimal die Woche Hundeplatz und ein wenig Schwimmen, das ist für mich keine wirkliche körperliche Belastung. Wenn ein Landseer schon damit Probleme hat, welche Katastrophe!
Wenn ich mir auf Ausstellungen so manche preisgekrönten Exemplare anschaue, glaube ich nicht, dass davon viele eine Stunde Dummyarbeit in schwierigem Gelände aushalten, oder eine Stunde intensive Wasserarbeit.


Solange die Mehrzahl der potentiellen Käufer, nicht gut informiert ist und wenig über „Risiken und Nebenwirkungen“ weiß,
solange die Mehrzahl der Käufer bequeme, ruhige und anspruchslose Landseer haben möchten;
solange nur eine kleine Anzahl von Menschen das Zuchtgeschehen maßgebend beeinflusst;
solange die Mehrzahl der Züchter, diesen Menschen kritiklos folgt und keine Courage zum Widerspruch und Umdenken hat,
solange die Mehrheit möglichst bequem den Weg des geringsten Widerstands geht;
solange die Angst vor den Folgen einer offenen, konstruktiven Kritik überwiegt,
solange wird sich nichts, gar nichts ändern!

Herzliche Grüße
Brigitte weil


... diesen Beitrag beantworten
 

Zu 'Re: Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen?' von Brigitte Weil liegen bislang die folgenden Antworten vor:

Re: Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen?

von Vera Jürgens
geschrieben am 25.Mrz '10 um 16:01

Hallo Brigitte!

Du sprichts das an, was ich meine. Nämlich die Eigenverantwortung des Züchters!
Ich habe geschrieben: Nur gesunde Hunde Hunde gehören in die Zucht!
Meine Hunde werden z.B. regelmäßig untersucht! Da der Aki zum Decken zur Verfügung steht, bin ich es (meiner Meinung nach) den Hündinnenbesitzern schuldig, ihn untersuchen zu lassen.Ebenso habe ich es mit den anderen Hunden gemacht.
Meinst Du, Brigitte, dass nur der Landseer wied du sagst mit besonderer Vorsicht aufgezogen werden muß???
Ich denke bei allen Lebewesen, die wir uns zu Eigen machen, hat man eine gewisse Sorfaltspflicht.
Natürlich sind große Rassen anders aufzuziehen, wie kleine Rassen. Nicht nur der Landseer ist ein großer Hund.Da gibt es noch die Dogge (hab übrigens auch eine), den Leonberger, den Neufi, Den Berner, ......

Wie haben und wir wollen doch auch keinen Landseer im Dackelformat. Ach so, auch der Dackel benötigt eine gewisse sorgfältige Aufzucht.
Du sagst, die Käufer werden nicht genung aufgeklärt über das, was sie später mal an der Leine haben. Von vielen Gesprächen her , weiß ich sehr wohl, dass die Leute aufgeklärt werden. Aber immer wieder landet dann doch der kleine ach so niedliche Welpe im Bett. oder er tyrannisiert seine Leute.Ich könnte dir da Geschichten erzählen....und das nicht nur über den Landseer. Denn was bei uns immer wieder in der Hundeschule auftaucht, ist haarsträubend.
Aber warum kriegt der Züchter den schwarzen Peter. Ist so einfach.
Vera

Re: Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen?

von Vera Jürgens
geschrieben am 25.Mrz '10 um 17:03

Hallo!
Etwas möchte ich noch gern hinzufügen:
Muß man unbedingt mit seinem Hund arbeiten? Klar, Einige Hunde wurden früher als Arbeitstier gebraucht, vielleicht auch mißbraucht?! Gibt es eigentlich Unterlagen, die Auskunft geben, wie alt der Landseer vor vielleicht50-60 Jahren wurde?
Ich habe in meinem ersten Beitrag auch darauf hingewiesen, dass man nicht nur die Genetik für Fehler verantworlich machen soll.
Wir der Hund nicht im allgemeinen viel zu sehr vermenschlicht und auch dadurch verzärtelt? Ist provokant, weiß ich.
Thomas hat auch das Treppensteigen angesprochen. Ich habe meine Hunde auch als Welpen nie Treppen getragen. Alles in Maßen stärkt die Muskulatur, Bänder und Gelenke.
Ich weiß, ich hab bisher großes Glück gehabt, gesunde Hunde zu haben!Ich weiß, es ist nicht selbstverständlich.
Der Mensch macht viel kaputt, aber nur auf Züchtern rumzuhacken ist nicht ok. Der Züchter ist ein mögliches Glied in der Kette. Aber eine Kette besteht aus vielen einzelnen Gliedern, und wenn eins davon instabil ist, hält die Kette nicht.

Die Grundfrage: Ist der Landseer als Arbeitshund noch zu gebrauchen? Wenn er wieder darauf hintrainiert würde, gewissermaßen schon.Weil er brauchts ja nicht mehr. Die Zeiten haben sich geändert. Es gibt jetzt moderne Hilfsmittel.
Man könnte auch fragen: Ist der Mensch heute noch in der Lage , die gleiche körperliche Arbeit wie vor 60 Jahren zu verrichten. Ich sage : NEIN. Weil wir sind nicht mehr darauf ausgelegt, Wir brauchen es nicht mehr. Wir haben "Rücken".

Allen einen schönen Sofaabend
Liebe Grüße Vera, die jetzt auf den Hupla fährt


Letzte Änderung am 30.07.18 Holger Neeb zurück zur LiW-Startseite