Landseer-im-Web.de

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Holger Neeb, WebMaster "landseer-im-web.de"

Re: Meine Hündin reitet auf meinen Rüden auf

von Marc
geschrieben am 17.Jan '04 um 07:20
als Antwort auf Re: Meine Hündin reitet auf meinen Rüden auf von HolgerN
Hallo Holger, die zweite,

Natürlich kenne ich deine Seiten. Ich bin doch einer deiner treusten Leser. Umso mehr hat mich die Dominanzerklärung gewundert. Da hat sich mein Lieblingspriester der reinen (Antidominanz-)Lehre in Feindesland gewagt *gg*

Im Ernst: Ich wollte dir nur den Wind aus den Segeln nehmen. Das Aufreiten, wie du es beschreibst, und jetzt mehr noch, der Mangel an Beschwichtigungsmöglichkeiten, sind meiner Ansicht nach eine zu simple und zudem vermenschlichte Darstellung der Dinge.

So wie ein Hund nicht aufreiten muss, um seine Kraft zu zeigen, muss der "Untere" nicht stehenbleiben. Wir lachen immer wieder über die vielen Tricks, mit denen sich der eine oder andere unserer "Freunde" des Aufreitens entzieht. Da gibt es sich hinlegen, sich an eine Mauer lehnen, sich unter die Tanne legen, hinter das Sofa laufen, sich im Kreis drehen, Purzelbäume schlagen und viele andere Tricks... um zu vereiteln, dass der andere aufsteigt oder einfach seine Geste zu Ende führt.

Ein grosses Beschwichtigungssignal wäre denn auch ganz einfaches Nachgeben, wenn einer aufgestiegen ist. Umgekehrt, heisst momentanes Nachgeben nicht bedingungslose Kapitulation für alle Zeuten. Es ist wie im Judo: es ist eine von vielen Techniken und hat, was den Erfolg betrifft, viel mit der Erfahrung des Ausführenden zu tun. Auch Aufreiten will gelernt sein: Der Ältere spielt es elegant und braucht dafür nicht unbedingt die grössere Kraft. Er hat das Gespür für den richtigen Moment. Genauso mit dem sich Entziehen: der fast 6 Jahre alte, 13kg leichte Terriermischlingskastrat kennt da Kniffe, die machen unseren 20kg und 18 Monate alten hormongeladenen Rabauken ganz schwindlig.

Das Aufreiten ist - meiner Meinung nach - viel komplexer, als dass man es allein mit Dominanz ausreichend umrissen hätte. Und es hat auch nicht dieses automatisch und unausweichlich in den Konflikt Rutschende, Schwarz oder Weiss, Unterwerfung oder Eskalation. Und schon gar nicht, bei Hunden, die sich sehr gut kennen. Das widerspricht einfach dem, was ich jeden Tag sehe. Es ist auch spielerisches Kräftemessen, ausloten der Tagesform, Provokation zur Spielaufforderung ... es ist halt nur ein Signal und wie jedes Signal sehr kontextabhängig.

Wenn es denn aber zum Konflikt kommen sollte, dann würde es mich wundern, wenn durch blosses Verbieten des einen Signales die Sache getan wäre. Und auch eine Hundeschule regelt nicht die Tatsache, dass es zuhause eine Rangfolge gibt.

Frühe Grüsse von der Luxemburger Mosel (die sich im Moment hier ziemlich dominant verhält),
Marc

Antoons Homepage

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Zu 'Re: Meine Hündin reitet auf meinen Rüden auf' von Marc liegen bislang die folgenden Antworten vor:

Re: Meine Hündin reitet auf meinen Rüden auf

von Dagmar
geschrieben am 17.Jan '04 um 08:09

Ein interessantes Thema zu dem es sicher viele Meinungen gibt.
Auch ich bin der Ansicht das Aufreiten sehr viele unterschiedliche Facetten hat:
so gibt z.B.
Hundebegegnungen fremder Hunde auf fremden Gebiet - hier ist ein Aufreitversuch sicher anders zu deuten als innerhalb einer bestehenden Hundegruppe .
Oder das läufige Hündinnen gegenseitig Aufreiten hat m.M. nach ebenfalls einen anderen Charakter als den Vorrang zu sichern.
Selbst wenige Wochen alte Welpen reiten gegenseitig auf im Spiel.
Dann gibt es noch den erzieherischen Effekt: wenn ein Junghund frecherweise wagt einer älteren Hündin aufzureiten erfährt der eine Zurechtweisung.
In diese Form der innerartlichen Kommunikation sollte Mensch so wenig wie möglich eingreifen, ausser das es gesundheitliche Bedenken - z.B. die noch weichen Knochen - gäbe.

LG Dagmar

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> Im Ernst: Ich wollte dir nur den Wind aus den Segeln nehmen. Das Aufreiten, wie du es beschreibst, und jetzt mehr noch, der Mangel an Beschwichtigungsmöglichkeiten, sind meiner Ansicht nach eine zu simple und zudem vermenschlichte Darstellung der Dinge.
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> So wie ein Hund nicht aufreiten muss, um seine Kraft zu zeigen, muss der "Untere" nicht stehenbleiben. Wir lachen immer wieder über die vielen Tricks, mit denen sich der eine oder andere unserer "Freunde" des Aufreitens entzieht. Da gibt es sich hinlegen, sich an eine Mauer lehnen, sich unter die Tanne legen, hinter das Sofa laufen, sich im Kreis drehen, Purzelbäume schlagen und viele andere Tricks... um zu vereiteln, dass der andere aufsteigt oder einfach seine Geste zu Ende führt.
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> Ein grosses Beschwichtigungssignal wäre denn auch ganz einfaches Nachgeben, wenn einer aufgestiegen ist. Umgekehrt, heisst momentanes Nachgeben nicht bedingungslose Kapitulation für alle Zeuten. Es ist wie im Judo: es ist eine von vielen Techniken und hat, was den Erfolg betrifft, viel mit der Erfahrung des Ausführenden zu tun. Auch Aufreiten will gelernt sein: Der Ältere spielt es elegant und braucht dafür nicht unbedingt die grössere Kraft. Er hat das Gespür für den richtigen Moment. Genauso mit dem sich Entziehen: der fast 6 Jahre alte, 13kg leichte Terriermischlingskastrat kennt da Kniffe, die machen unseren 20kg und 18 Monate alten hormongeladenen Rabauken ganz schwindlig.
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> Das Aufreiten ist - meiner Meinung nach - viel komplexer, als dass man es allein mit Dominanz ausreichend umrissen hätte. Und es hat auch nicht dieses automatisch und unausweichlich in den Konflikt Rutschende, Schwarz oder Weiss, Unterwerfung oder Eskalation. Und schon gar nicht, bei Hunden, die sich sehr gut kennen. Das widerspricht einfach dem, was ich jeden Tag sehe. Es ist auch spielerisches Kräftemessen, ausloten der Tagesform, Provokation zur Spielaufforderung ... es ist halt nur ein Signal und wie jedes Signal sehr kontextabhängig.
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> Wenn es denn aber zum Konflikt kommen sollte, dann würde es mich wundern, wenn durch blosses Verbieten des einen Signales die Sache getan wäre. Und auch eine Hundeschule regelt nicht die Tatsache, dass es zuhause eine Rangfolge gibt.
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> Frühe Grüsse von der Luxemburger Mosel (die sich im Moment hier ziemlich dominant verhält),
> Marc

Re: Meine Hündin reitet auf meinen Rüden auf

von HolgerN
geschrieben am 18.Jan '04 um 11:31

Hallo Marc,

über Deine Antwort habe ich mich nun wirklich gefreut, zeigt sie doch, dass meine Seiten zumindest einen Leser haben ....

Zur Sache selbst haben wir offensichtlich zwei unterschiedliche Auffassungen. Leider kann ich keine neuen Argumente zur Untermauerung meiner Meinung ins Feld führen (aber ich arbeite dran), sondern müsste jetzt das bereits geschrieben wiederholen - was dann auch nicht weiterführt.

Auf zwei Deiner Punkte möchte ich aber dennoch eingehen: Du schreibst:
> Das Aufreiten ist - meiner Meinung nach - viel komplexer, als dass man es allein mit Dominanz ausreichend umrissen hätte.
:
Naturgemäß sind wohl alle Verhaltensweisen zu komplex, als dass sie sich mit einem einzigen Begriff beschreiben lassen. Hier muss ich Dir recht geben. Aber bei solchen Diskussionen, die eben wegen der Komplexität des Themas immer etwas simplifizerend geführt werden, scheint es mir legitim und auch notwendig zu sein, so etwas wie die 'Hauptmerkmale' herauszustellen. Und dies erscheint mir - und jetzt wiederhole ich mich doch - beim Aufreiten das Dominieren des anderen Hund zu sein.

Desweiteren schreibt Du:
> Das Aufreiten, wie du es beschreibst, und jetzt mehr noch, der Mangel an Beschwichtigungsmöglichkeiten, sind meiner Ansicht nach eine zu simple und zudem vermenschlichte Darstellung der Dinge.

und

> Wir lachen immer wieder über die vielen Tricks, mit denen sich der eine oder andere unserer "Freunde" des Aufreitens entzieht.

Etwas provokativ möchte ich dann einfach 'mal die Frage in den Raum stellen, ob Du Dir sicher bist, dass hier nicht ein Verhalten vermenschlicht und etwas als Spiel interpretiert wird, was u.U. überhaupt keines ist? Vielleicht stellt in Wirklichkeit den völlig unspielerischen Versuch dar, dieser starken Geste der Dominanz zu entgehen?

Viele Grüße aus dem heute naßkalten Odenwald
Holger mit Danessa & Chewbacca


PS.: Noch ein Link zum Thema Dominanz: Kennst Du die Seiten von Spaß mit Hund und deren Texte zur "Dominanz "(dort zunächst "Mehr Wissen" und dann "Die Sache mit der Dominanz" anklicken)? Die folgenden Passage hat mir beim heutigen Lesen besonders gut gefallen:

"..Das Verhalten des Hundes mit dem Verhalten von Wölfen zu vergleichen, ist laut den Coppingers genau so, als würden wir menschliches Verhalten aus dem von Affen ableiten. Wir Menschen sind zwar verwandt mit Affen, aber wir verhalten uns nicht wie Affen und wir denken auch nicht so. Und niemand würde ernsthaft auf die Idee kommen, ständig die Verhaltensweisen von Affen als Erklärungsmuster für menschliches Verhalten heran zu ziehen.

Genau das Gleiche gilt für Hund und Wolf: Der Wolf ist nichts anderes als ein entfernter Cousin des Hundes. Der Wolf spiegelt seine Anpassung an die Wildnis wieder, der Hund seine an das domestizierte Leben. ..."

Letzte Änderung am 30.07.18 Holger Neeb zurück zur LiW-Startseite